Ausrüstung

Ausrüstung ist auf Radreisen immer ein Thema. Und auch abseits der Reisen, ist es oft das, was die Leute am meisten interessiert. Dafür haben wir Verständnis, weil an grauen Herbstabenden die Vorbereitung auf die nächste Tour oder Reise und die damit verbundene Beschäftigung mit dem Equipment, das Fernweh mildert und die Vorfreude steigert. Nichtsdestotrotz braucht man selbst für lange Reisen eigentlich nicht viel und für uns ist es immer wieder erstaunlich, wie schnell man auf Reisen feststellt, wie wenig man wirklich braucht. Wir sind allerdings auch ziemliche „Gearheads“ was Outdoorausrüstung und Fahrradkram angeht (Daniel: Ich schreibe wir und meine eigentlich mich ;-), durch meinen Nebenjob im Outdoorladen saß ich praktisch an der Quelle und rede einfach gerne über Ausrüstung). Die im Folgenden aufgeführten Gegenstände haben sich für uns als „optimal“ erwiesen, manche haben wir seit vielen Jahren, andere sind noch recht frisch, manche haben sich sofort als brauchbar erwiesen, andere hatten einige Vorgänger bis es gepasst hat. Was man wirklich braucht, sind ein Ziel und den Mut loszufahren (das haben wir mittlerweile geschafft).

 

Unsere Räder

Wir haben uns für Räder der Fa. Patria aus Bielefeld entschieden. Patria fertigt gemuffte Stahlrahmen in Deutschland, auf Wunsch auch auf Maß – das war bei uns allerdings nicht nötig. Abgesehen davon, dass solche Stahlrahmen in unserer Augen einfach am schönsten aussehen, bietet Stahl bessere Reparaturmöglichkeiten auf Reisen und ein angenehmeres Fahrgefühl. Eine Rohloff wollte ich (Daniel) seit dem Moment haben, als ich bei einem befreundeten Radfahrer zum ersten Mal solch eine Nabe gesehen habe (Gruß an Tobias 😉 ). Zwei Studentenjobs später wurde das stahlblaue Patria Terra mit Rohloff bestellt und leistet seitdem hervorragende Dienste. Auf dem ersten Bild sind die Aufkleber unserer letzten größeren Tour zu sehen: dem Paneuroparadweg, dem wir von Prag nach Paris gefolgt sind. Der ursprüngliche Aufbau wurde seit der Anschaffung (immerhin knapp vier Jahre) immer wieder verbessert. Die größte Änderung fand im Cockpit statt: der einfache Aluvorbau + Lenker wurden durch was Höherwertiges von Syntace ersetzt. Diese Modelle sind langlebiger und genügen den strengen Downhill-Standards der Industrie. Das VRO-System bietet mir genau die Verstellmöglichkeiten die ich lange gesucht habe (hier gilt Mirco Dank für den super Tipp). Die Bremsen sind so eine Sache, auch ein Endlosthema: wir haben uns für Felgenbremsen entschieden weil wir mit Scheibenbremsen schlechte Erfahrungen gemacht haben (insbesondere die Geräuschentwicklung), an ein Reiserad gehören eigentlich einfache V-Brakes. Hydraulische Bremsen sind aber auch einfach bequem.

Daniels Rad

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Teil Hersteller
Rahmen Patria Terra Rahmenhöhe 58
Schaltung Rohloff mit externer Ansteuerung
Felgen Andra 40
Vorderradnabe SON 28
Kettenblatt TA 42 Zähne
Steuersatz Acros AH-34
Ritzel Rohloff 15 Zähne (16 nach Istanbul)
Sattel Brooks Flyer Special
Lenker Syntace VRO
Vorbau Syntace VRO
Kette Campagnolo C9
Pedale Shimano SPD PD-M785 Deore XT
Griffe Ergon
Bremsen Magura HS 11
Reifen Schwalbe Mondial

Tonis Rad

Nach den guten Erfahrungen mit dem Patria Terra hat sich auch Toni für ein solches Modell entschieden. In charmantem British Racing Green gehalten, wurde das Fahrrad auf den Namen Emma getauft 😉 . Auch die restliche Ausstattung hält sich an Bewährtes und bei der Schaltung wurden keine Kompromisse eingegangen, auch bei Toni surrt ein Rohloffgerät im Hinterrad.

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Teil Hersteller
Rahmen Patria Terra Rahmenhöhe 50
Schaltung Rohloff mit externer Ansteuerung
Felgen Rigida Big Bull
Vorderradnabe SONdelux
Kettenblatt Truvativ Isoflow 42 Zähne
Ritzel Rohloff 16 Zähne
Sattel Brooks Flyer Special
Lenker XtasY
Vorbau XtasY
Kette Connex Edelstahl, später X1 von KMC
Pedale NC-17 Trekking Pro
Griffe Ergon Kork
Bremsen Magura HS 11
Reifen Schwalbe Mondial

Unser Zelt

Die Auswahl eines passenden Zeltes ist uns sehr schwer gefallen. Wir haben praktisch alle gängigen, sich auf dem Markt befindlichen Zelte aufgebaut und ausprobiert. Wir mussten uns entscheiden zwischen Tunnelzelten, die eine perfekte Raumausbeute liefern und dabei leicht aufzubauen und konstruktionsbedingt vergleichsweise leicht sind und Kuppelzelten, die auch auf felsigem Untergrund oder Asphalt gut stehen und das Innenzelt problemlos alleine aufgebaut werden kann. Das beste aus beiden Welten liefert für uns das Space 3 von Vaude. Es hat außenliegende Gestängekanäle (die eigentlich eher bei Tunnelzelten üblich sind) und kann so auch bei Regen und Sturm problemlos aufgebaut werden. Gleichzeitig kann das Innenzelt des Space 3 auch einzeln aufgebaut werden, genauso wie das Außenzelt. Praktische Details wie die komplett zu öffnenden „O-doors“ runden das Zelt ab. Nach Schneesturmnächten in den schottischen Highlands und lauen Sommernächten in Skandinavien oder auf Usedom ist das Zelt zu unserem zweiten Zuhause geworden.

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Camping-Ausrüstung

Kocher und Küche

Unterwegs kochen wir mit einem Mehrstoffkocher vom schwedischen Hersteller Primus. Wir haben uns aufgrund des Materials (insbesondere Daniel ist ein großer Titanfan) für den Omnilight Ti entschieden. Auf europäischem Boden kochen wir mit Gaskartuschen, das ist einfacher und macht mehr Spaß, auf längeren Reisen oder im tiefsten Winter kochen wir mit Benzin.

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Edit: Nach zwei Monaten auf Tour ein ernüchterndes Fazit was die Fähigkeiten des Geräts als Gaskocher angeht. Während alle anderen Radler die wir treffen mit Sprit von der Tanke kochen und keine Probleme haben, mussten wir schon zweimal die Düse reinigen, obwohl wie nur Gaskartuschen benutzen (die gabs bis Belgrad problemlos).

Wasserentkeimung

Alle Systeme zur Filtrierung oder Entkeimung haben Vor- und Nachteile. Wir haben uns für eine UV – Lampe (Steripen) entschieden.

Vorteile:

  • UV Licht ist sehr wirksam, unabhängig von der Größe der Erreger.
  • Beide Varianten sind sehr leicht.
  • Zwei unabhängige Systeme erhöhen die Sicherheit und Unabhängigkeit. Jeder von uns hat ein System in der Tasche.
  • Der Steripen passt auf Nalgeneflaschen und den Ortliebwasserbeutel.

Nachteile:

  • keine Aktivkohle gegen chemische Verunreinigungen oder zur Verbesserung des Geschmacks.
  • Der Steripen braucht Batterien (unbedingt Lithium, Alkalibatterien reichen nicht aus).

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Schlafsack und Isomatten

Einen nicht unerheblichen Teil unserer Reisen verbringen wir in unseren Schlafsäcken. Deshalb geht hier Komfort über Gewicht und Packmaß und deshalb hat sich Daniel für den Yeti Sunrizer 800 Comfort entschieden. Dieser eiförmige Schlafsack ist bestens für Seitenschläfer geeignet und reicht in den wärmeren Jahreszeiten als Decke auch für zwei Personen. Toni ist mit einem Yeti Fusion 750 unterwegs. Wir sind seit Jahren in Daunenschlafsäcken unterwegs und möchten den Klimakomfort nicht missen, den uns ein noch schwererer Kunstfaserschlafsack nicht bieten kann. Trotzdem stehen wir Daunen und deren Gewinnung eher kritisch gegenüber. Der beste Schlafsack hält nicht warm, wenn keine gute Isomatte von unten isoliert. Wir haben uns für die Neoair Allseason Matten entschieden. Diese muss man selbst aufpusten, wird aber durch das geringe Packmaß entschädigt.

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Edit: Die Thermarestmatten sind super und haben uns bisher nicht im Stich gelassen (seit Jahren, weder am Berg noch auf dem Rad), das Aufpusten stört uns allerdings täglich mehr. Wir hoffen das wir die Dämmwirkung nicht ausreizen auf dieser Tour, trotzdem fühlt es sich gut, sich auf die Matten verlassen zu können.

Weitere Ausrüstung

Lenker- und Packtaschen

Nachdem uns der ein oder andere Mitbewerber eher enttäuscht hat, sind wir, wie die meisten Radreisenden, bei Ortlieb gelandet.

 

 

Navigation

Wir orientieren uns auf Tour mit einer Mischung aus Karten und GPS-Gerät. Das Etrex 20 von Garmin hat uns aufgrund des guten Preis-/ Leistungsverhältnisses überzeugt. Ausserdem kann es mit Batterien betrieben werden.

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Elektronik

Dreh- und Angelpunkt unserer Elektroausrüstung ist die Kombination von SON Nabendynamo und Busch & Müller E-Werk. Die Möglichkeit unterwegs Akkus und Ausrüstung zu laden bedeutet für uns Unabhängigkeit, deshalb achten wir bei der Auswahl unserer elektronischen Ausrüstung auf USB-Lademöglichkeiten.

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Das E-Werk

Das E-Werk

Ein Beispiel dafür ist undere Petzl Akkukopflampe.

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Bekleidung

Es ist Weltreise – Was ziehe ich an 😉 Bei wenig Gepäck, möglichst flexibel unterwegs zu sein gar nicht so einfach. Und da wir beiden durchaus unterschiedliche Ansätze haben wollen wir euch hier unsere Bekleidungskonzepte vorstellen.

Klamotten Daniel:

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In der folgende Tabelle seht ihr die Anzahl, die Bezeichnung, das Modell/ den Hersteller und das Gewicht der Bekleidung.

1 Regenjacke Marmot Speedlight 490
1 Softshell Marmot Tempo Hoody 565
1 Isolationsjacke Marmot Isotherm 397
1 Buff Tuch Merino 50
1 Buff Tuch Kunstfaser 40
3 Socken Cinelli, Giro, Icebraker 90
2(1) Boxershorts Icebreaker 160
1 dicke Socken GripGrab 70
1 lange Radhose Löffler 336
1 Trikot Wolle Howies 292
1 Softshell Hose Marmot Sree Pant 517
1 Badehose 185
2(1) Merinoshirts Icebreaker Tech T 354
1 Regenhose Gore Bike Wear 343
3 kurze Radhose Gore Bike Wear / Vaude 600
1 Wüstenshirt UPF 50+ Patagonia 214
1 Helmcover Vaude 28
1 warme Mütze Patagonia 137
1 leichte Mütze Arcteryx 38
1 Handschuhe Windstopper Gore Bike Wear 128
1 Handschuhe Fahrrad Etixx Quick Step 44
1 Fäustlinge wasserdicht Marmot 176

 

Die durchgetrichenen Sachen gingen wieder nach Hause. Dazu kamen ein paar Alltagsklamotten für die Stadt, ein weiteres Trikot und eine Kunstfasersommerhose mit Mückenschutz.

Schuhe

Toni:

Ich bevorzuge einfache Laufschuhe zum Fahrradfahren. Gerne etwas stabiler, bspw. Trailrunningschuhe, hier die farbenfrohe Variante für die Tour:

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Daniel:

Auf  Rennrad und Bahnrad fahre ich mit Klickpedalen (Look), auf dem Reiserad seit Jahren nur mit festen Sportschuhen. Aufgrund der besseren Kraftübertragung und des runderen Tritts möchte ich auf der Reise auch mt Klickpedalen unterwegs sein. Aber, umso besser die Schuhe zum Pedalieren geeignet sind, umso schlechter sind sie zum Laufen. Einen guten Kompromiss stellen für mich die Click’R Schuhe von Shimano dar, diese haben eine unterstützende Leiste, ansonsten aber eine halbwegs flexible Sohle. Stundenlanges Laufen klappt allerdings auch nicht. Ich fahre diese Schuhe in Kombination mit normalen SPD Pedalen (es gibt auch passende Click’R Pedale die leichter auslösen – brauch ich aber nicht).

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Die Schuhe sind für den Sommer gedacht und von der Belüftung mit Sandalen vegleichbar. Deshalb habe ich für den Fruhjahrsteil unserer Tour und die Pässe Neopren-Überschuhe dabei und für Regen wasserdichte Gamaschen, beides kann bei starker Kälte kombiniert werden. Dazu Merinosocken und man ist super flexibel unterwegs.

Helme

Der Straßenverkehr stellt die größte Gefahr auf Radreisen dar. Deshalb reisen wir stets mit Helm. Ein Modell zu finden, das alle unsere Anforderungen erfüllt war gar nicht so einfach. Wir wollten einen Helm, der leicht ist, gut aussieht, in Europa hergestellt wurde auch für große Köpfe passt. Der Kask Mojito ist ein Rennradhelm aus Italien, der alle Anfoderungen erfüllt.

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